Flexibilisierung der Kurzarbeit

So können Unternehmen leichter Kurzarbeitergeld beantragen

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, um Unternehmen in der Corona-Krise finanziell zu unterstützen. Dazu gehört auch die Flexibilisierung der Kurzarbeit. Die Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld werden nun bis zum 31. Dezember 2021 erleichtert, um Arbeitnehmer vor einer drohenden Kündigung zu bewahren. Welche Neuregelungen momentan gelten und wie Sie Kurzarbeitergeld für Ihre Mitarbeiter beantragen, erfahren Sie hier.

Erleichterungen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld

Die Flexibilisierung der Kurzarbeit soll die Liquidität Ihres Unternehmens schützen und dazu beitragen, betriebsbedingte Kündigungen aufgrund der Corona-Krise zu verringern beziehungsweise zu verhindern.

Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber beantragt werden und lässt sich nun zu verbesserten Bedingungen in Anspruch nehmen. So müssen nur noch zehn Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sein, die Sozialversicherungsbeiträge werden voll übernommen und auch Leiharbeit wird in die Regelung einbezogen.

Neue Regelung vereinfacht den Antrag

Sie können nun aufgrund der gesetzlichen Anpassungen leichter Kurzarbeitergeld beantragen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt, dass Unternehmen jetzt Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, wenn mindestens zehn Prozent der Arbeitnehmer einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Vorher musste dies auf ein Drittel der Belegschaft zutreffen. Zudem erstattet die Agentur für Arbeit Ihnen die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Ab Juli 2021 bis Dezember 2021 wird allerdings nur noch die Hälfte erstattet. Sie können aber wieder 100 Prozent erreichen, wenn eine Qualifizierung während der Kurzarbeit erfolgt. Auch Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Wenn Unternehmen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen nutzen, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden verzichtet. Kurzarbeitergeld erhalten jedoch nur versicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer, die bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Für Arbeitnehmer, die im Rahmen eines Minijobs angestellt sind, können Sie keine Kurzarbeit beantragen.

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld

Wenn Sie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen Sie dies zuvor den betroffenen Arbeitnehmern ankündigen. Hier bedarf es einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder alternativ einer Zustimmung aller von Kurzarbeit betroffener Beschäftigter. Beachten Sie, dass Sie gegebenenfalls notwendige tarifliche Ansprüche wie Ankündigungsfristen einhalten. Im Anschluss können Sie den Antrag bei der Agentur für Arbeit an Ihrem Betriebssitz stellen.

Neuregelung vom 22. April 2020: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Am 22. April 2020 hat sich der Koalitionsausschuss auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes geeinigt. Bisher wurden Arbeitnehmern, die in Kurzarbeit sind, grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts gezahlt. Bei Haushalten mit mindestens einem Kind lag das Kurzarbeitergeld bei 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts.

Mit dem neuen Beschluss sollen kinderlose Beschäftigte, die aktuell mindestens 50 Prozent weniger arbeiten können, ab dem vierten Bezugsmonat 70 Prozent des Lohnausfalls erhalten. Ab dem siebten Bezugsmonat erhöht sich das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent.

Beschäftigte mit Kindern, die derzeit ebenfalls um mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, erhalten ab dem vierten Monat 77 Prozent des weggefallenen Nettoeinkommens. Eine weitere Erhöhung auf 87 Prozent erfolgt ab dem siebten Bezugsmonat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen.

Handwerkskammer Dresden

Die Handwerkskammer Dresden hat eine Website aufgesetzt, auf der die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und auch zu den bisher zur Verfügung stehenden Unterstützungsmechanismen dargestellt sind.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die zuständigen Behörden nicht ersetzen.