13.11.2018

93. Ausstellung "Kunst in der Villa Eschebach"

Olaf Pflug "Irrung"

Malerei

Was sich nicht verkauft, ist keine Kunst. So hat – sinngemäß zitiert – der nach Amerika emigrierte George Grosz seine damals prekäre Situation beschrieben. Erweitert man dies auf die Aussage, dass der, der von seiner Kunst nicht leben kann, kein Künstler ist, so hätten wir in Dresden deren wenige. Glücklicherweise können wir aber in der Landeshauptstadt
auf eine fast unüberschaubare Anzahl an künstlerischen Positionen blicken, die schwierige Bestreitung der Existenz bleibt dabei evident.

Weitgehend unbekannt, da am Rande der kommerziellen Szene unterwegs ist Olaf Pflug. Beachtenswert ist, was er neben seinem Broterwerb als technischer Mitarbeiter in den Staatlichen Kunstsammlungen, mit unermüdlicher Beharrlichkeit geschaffen hat. Nicht als Laie, sondern im für ihn befriedigenden Zweitberuf als Künstler. Finanzielle Unabhängigkeit ist für ihn wichtig. Dies befreit von Abhängigkeiten und künstlerischen Zugeständnissen, ist zugleich aber eine enorme Belastung.

Seinen Arbeiten ist diese Belastung nicht anzumerken. Was Olaf Pflug malt oder zeichnet, kommt mit einer beschwingten Leichtigkeit daher. Die Poetisierung des Lebens war eine Devise der Romantiker. Olaf Pflug ist ein Poet des Alltäglichen geworden. Seine Bilder
beginnen im Realen und erzählen Geschichten, die sich überlagern, deren Spuren man folgen kann, ohne mit ihnen je an ein Ende zu gelangen. Dafür bleiben genügend Stränge übrig, um die Geschichten mit eigenen Assoziationen auszuschmücken und fortzuführen.

Mitte der 1990er-Jahre kannte mancher Olaf Pflug als farbgewaltigen Vollblutmaler. Für sich selbst empfand er es irgendwann als künstlerische Sackgasse. Nun spürt er dem Leben mit skeptischen Blick in seinen Geschichten nach. Ein Ende ist nicht abzusehen. Denn in jeder
Geschichte ist eine neue Geschichte versteckt. Skurril, einfühlsam, den Boden der Realität manchmal auf dem selbstgewebten Teppich entfliehend, bringt er den Alltag in neue Zusammenhänge. Mögliche Irrungen sind nicht auszuschließen. Es lohnt sich, diese Bildwelt zu ergründen und mit dem ganz Eigenen anzureichern. Nehmen Sie sich die Zeit für Olaf Pflug. (Thomas Lohse)

Ausstellungseröffnung

Dienstag, 13. November 2018, 19.00 Uhr
Villa Eschebach, Georgenstraße 6, 01097 Dresden

Organisation: Thomas Lohse, Dresden
Begrüßung: Thomas Müller, Vorstandssprecher der Volksbank Dresden-Bautzen eG
Laudatio: Dieter Hoefer, Dresden
Musikalische Umrahmung: Florian Mayer (Violine), Dresden

Die Ausstellung läuft bis zum 11. Januar 2019.